Die Kreisverwaltungsbehörde des Landkreises Fürstenfeldbruck und die Kreisbrandinspektion Fürstenfeldbruck führten am 13. und 14.03.2026 eine Katastrophenschutzübung auf dem Ortsgebiet der Städte Germering und Puchheim durch.

Themenschwerpunkt der Übung war die Vegetationsbrandbekämpfung, ein aktueller Ausbildungsschwerpunkt bei unseren Feuerwehren, der mit dieser Übung zum Abschluss gekommen ist.
Die groß angelegte Übung begann bereits am Freitag, den 13.03.2026, am Nachmittag als so-genannte Stabsrahmenübung. Das bedeutet, dass zunächst ausschließlich Führungskräfte der örtlichen Feuerwehren und der Kreisbrandinspektion – ohne Beteiligung weiterer Einsatzkräfte und Einsatzfahrzeuge – das taktisch richtige Vorgehen innerhalb der Einsatzleitung trainierten.
Am Samstag, den 14.03.2026 wurde das Szenario mit Einsatzkräften dann realitätsnah umgesetzt.
Es waren rund 560 Einsatzkräfte der Feuerwehren, des Technischen Hilfswerks, der sanitätsdienstlichen Hilfsorganisationen, der Polizei und mehrere Flughelferstaffeln in das Szenario eingebunden. Dabei handelt es sich um spezifische Einheiten aus Einsatzkräften der Feuerwehr, die in der Zusammenarbeit mit Hubschraubern, sei es zur Brandbekämpfung aus der Luft oder dem Transport von Material und Einsatzkräften geschult sind. Die Landespolizei hat das Szenario mit Einsatzkräften und einem Hubschrauber unterstützen. Im Auftrag des bayerischen Innenministeriums wurde ein weiterer, privater Hubschrauber der Firma HTM aus München in die Übung eingebunden. Dieses Vorgehen wird auch im Ernstfall so praktiziert.
Das Übungsszenario war ein ausgedehnter Waldbrand im Bereich der Wälder nordwestlich des Waldkindergartens am Germeringer See. Neben der Brandbekämpfung war es eine der Aufgaben der Kräfte der Feuerwehren, über eine lange Schlauchstrecke vom Germeringer See sowie mit Hilfe eines Pendelverkehrs von mehreren Tanklöschfahrzeugen eine leistungsfähige Wasserversorgung herzustellen.

Im Waldgebiet wurden darüber hinaus mehrere Personen vermisst, Wege waren teilweise durch Feuer und Rauch, aber auch durch umgestürzte Bäume nicht mehr passierbar. Das Technische Hilfswerk FFB übernahm unter anderem das Freiräumen und Sichern der blockierten Wege. Im Verlauf der Übung kam es zu einer deutlichen Eskalation der Lage durch böige Winde und eine Verlagerung der Brände in Richtung der Ortschaft Schusterhäusl, deren Bewohner es daraufhin in Sicherheit zu bringen galt. Dazu wurde im Carl-Spitzweg-Gymnasium eine Unterbringungsstelle für ca. 150 Personen durch die Kräfte der Sanitätseinheiten eingerichtet. Da auch ein Bootsunfall auf dem Germeringer See Teil des Übungsszenarios war, kamen auch mehrere Einheiten der Wasserwacht zum Einsatz.
Die Einsatzkräfte wurden durch die beiden Hubschrauber bei ihren Arbeiten unterstützt. Deren Aufgaben waren dabei die Brandbekämpfung aus der Luft (das Wasser dafür wurde dem Germeringer See entnommen), Materialtransporte in das höher gelegene Gelände, sowie die Rettung von verletzten Personen aus dem Waldgebiet.
Ein vorbestimmter örtlicher Einsatzleiter (ÖEL) der Feuerwehr nach Art. 15 des Bay. Katastrophenschutzgesetz hat die Einsatzleitung übernommen und alle Einsatzkräfte zentral koordiniert. Die Einsatzleitung, bestehend aus Führungskräften der örtlich zuständigen Feuerwehren, der eingesetzten Hilfeleistungsorganisationen und Mitgliedern der Kreisbrandinspektion FFB wurde dazu am Gerätehaus der Feuerwehr Germering eingerichtet. Hierbei ist auch die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG ÖEL) eingesetzt worden, eine Feuerwehreinheit des Landkreises FFB, die im Aufbau und Betrieb einer geeigneten Führungs- und Kommunikationsstruktur für eine Einsatzleitung als sogenannter Führungsstab technisch ausgestattet und trainiert ist. Als eine wertvolle Hilfe für die Einsatzleitung stellten sich die Übersichtbilder aus mehreren Drohnen der Einsatzkräfte dar.
Für die überörtlichen Feuerwehreinsatzkräfte aus dem Landkreis wurde am Feuerwehrhaus in Eichenau eine sogenannter Bereitstellungsraum eingerichtet. Dort sammelten sich die Kräfte und wurden gezielt von der Einsatzleitung zu ihrer jeweiligen Einsatzaufgabe abgerufen.
Die Versorgung der Vielzahl an eingesetzten Kräften ist durch die Betreuungszüge der Sanitätseinheiten im Feuerwehrgerätehaus Unterpfaffenhofen sichergestellt worden. Dies ist ein äußert wichtiger Aspekt, um gerade bei anstrengender körperlicher Arbeit gegebenenfalls noch in Kombination mit extremen klimatischen Bedingungen wie z. B. Hitze oder Kälte die Einsatzfähigkeit der Einsatzkräfte zu erhalten. Hierzu sind regelmäßige Pausen und Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme notwendig.
Ziele der Übung waren unter anderem:
• Weitere Verbesserung der Zusammenarbeit und Kommunikation aller Beteiligten, z. B. organisationsintern und -übergreifend.
• Effiziente Anwendung des Führungssystems, z. B. in der Einsatzleitung, im Führungsstab, innerhalb der Einsatzabschnitte aber auch einheitsintern, Festlegung von Bereitstellungsräumen für überörtliche Kräfte, Planung von Reserven und Ablösekräften.
• Test von Einsatzplänen und -konzepten, wie z. B. für die Logistik, die Löschwasserversorgung und die Alarmierung.
• Schulung und Routinegewinn für alle Beteiligten, insbesondere die Führungskräfte.
• Technische und logistische Erprobung, z. B. effizienter Hubschraubereinsatz, Notunterbringung, Versorgung, Einsatz verschiedener Kommunikationsmittel.
• Identifikation von Schwachstellen, z.B. wo treten Verzögerungen oder Missverständnisse auf? Gibt es Material- oder Personalengpässe? Besteht Verbesserungspotenzial in Organisation oder Kommunikation?
• Sensibilisierung der Bevölkerung, z. B. im Hinblick auf Information über Selbstschutzmaßnahmen und Bevölkerungswarnungen sowie Informationsmöglichkeiten hierzu.
Fazit:
Als erstes Fazit der Übung konnte durch Kreisbrandrat Christoph Gasteiger festgestellt werden, dass das Zusammenwirken aller beteiligten Einsatzorganisationen sehr gut funktioniert hat.
Insbesondere die Koordination und der Einsatz der Hubschrauber zur Brandbekämpfung aus der Luft wurde in dieser Form erstmalig im Landkreis Fürstenfeldbruck geübt. Hierbei waren insbesondere die Flughelferstaffeln von sehr großem Nutzen.
Kreisbrandrat Gasteiger betonte aber auch, dass die Strukturierung der Einsatzstelle und die Arbeit in der Einsatzleitung effektiv und professionell gewesen ist. Die bestehenden Planungen und Einsatzkonzepte erwiesen sich als tragfähig.
Die Heranführung und Verteilung der Feuerwehreinsatzkräfte in dem weitläufigen und anspruchsvollen Gelände sowie der Aufbau der Wasserversorgung wurde ebenfalls schnell und koordiniert vorgenommen. Das Zusammenspiel von Technischem Hilfswerk, Sanitätsdienst, Wasserwacht, Polizei und Feuerwehr funktionierte reibungslos und führte zu einem vollständigen Erreichen der Übungsziele.
Auch die im Vorfeld bei den Feuerwehren erlernten Techniken zur Vegetations-brandbekämpfung konnten erfolgreich angewandt werden. Die Übungsbeobachter des Landratsamtes FFB sowie der Regierung von Oberbayern bestätigten diese Eindrücke von Kreisbrandrat Gasteiger.
Kreisbrandrat Gasteiger und Landrat Thomas Karmasin bedankten sich herzlich bei allen beteiligten Organisationen und Institutionen, die mit ihrer tatkräftigen Unterstützung zum Durchführen und Gelingen der Übung beigetragen!
Ein besonderer Dank gilt Kreisbrandmeister Ric Unteutsch und dem stv. Kommandant der Feuerwehr Germering, Ludwig Deimel die die Übung zusammen mit ihrem Team von langer Hand geplant und akribisch vorbereitet haben.
Wir möchten uns herzlich bei den an der Übung bzw. deren Vorbereitung beteiligten Organisationen und Stellen bedanken:
• Landratsamt Fürstenfeldbruck (Referat 41, Herr Wanninger)
• Staatssekretär MdL Sandro Kirchner
• Bayerisches Staatsministerium des Inneren, Integration und Sport
• MdL Benjamin Miskowitsch
• Regierung von Oberbayern
• Stadt Germering
• Stadt Puchheim
• Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck
• den Grundstückseigentümern die ihre Grundstücke zur Verfügung gestellt haben
• 25 Feuerwehren des Landkreises FFB
• den Feuerwehren Germering, Unterpfaffenhofen und Eichenau für die Unterbringung der Übungskräfte
• Flughelferstaffel München, Kempten und Oberstdorf
• THW OV Fürstenfeldbruck und Dachau
• Integrierte Leitstelle Fürstenfeldbruck
• Bayerisches Rotes Kreuz & Wasserwacht
• Malteser Hilfsdienst
• Polizeiinspektion Germering
• Polizeihubschrauberstaffel Bayern
• Fa. HTM München
• @fire Internationaler Katastrophenschutz Deutschland e. V.
Eingesetzte Personen:
Rettungsdienst und Wasserrettung: 115
Feuerwehren und Flughelferstaffeln: 350
Technisches Hilfswerk: 30
Fliegendes Personal (Hubschrauber): 8
Polizei Germering: 7
Übungsleitung, Mimen, Beobachter: 50
Summe (Personen) 560
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